Die Hannover Rück hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Das waren 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 9,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.
Besonders gut lief die Schaden-Rückversicherung. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 88,4 auf 83,2 Prozent. Gleichzeitig blieben die Großschäden mit 784,7 Millionen Euro unter dem vorgesehenen Budget von gut einer Milliarde Euro.
Für mögliche Belastungen aus dem Iran-Krieg hat Hannover Rück zudem rund 200 Millionen Euro zurückgestellt.
Mehr Geschäft trotz niedrigerer Preise
Bei den wichtigen Vertragserneuerungen zur Jahresmitte baute Hannover Rück sein Geschäftsvolumen um 12,3 Prozent aus. Gleichzeitig sanken die Preise des erneuerten Geschäfts, bereinigt um Inflation und veränderte Risiken, um 4,5 Prozent.
Solche Erneuerungsrunden sind feste Termine im Rückversicherungsmarkt, zu denen große Vertragsbestände neu verhandelt und Preise sowie Bedingungen angepasst werden.
Der Markt wird damit spürbar weicher. Hannover Rück zieht sich deshalb aber nicht zurück. Im Gegenteil: Nach eigenen Angaben hat der Konzern im ersten Halbjahr selektiv weitere Marktanteile gewonnen.
Vorstandschef Clemens Jungsthöfel sagt dazu:
„Gerade deshalb konnten wir an der Seite unserer Kunden im ersten Halbjahr weiter selektiv Marktanteile gewinnen.“
Finanzvorstand Christian Hermelingmeier ordnete den zunehmenden Preisdruck in der anschließenden Telefonkonferenz ein:
„Der Markt wird weicher, aber wir sind nicht in einem weichen Markt“,Bei den Margen mache Hannover Rück „keine Kompromisse“.
Genau darin liegt die eigentliche Besonderheit dieser Halbjahreszahlen: Hannover Rück verdient derzeit sehr gut und wächst gleichzeitig in einem Markt, in dem die Preise bereits deutlich nachgeben.
Ganz ohne Folgen bleibt das allerdings nicht. Die sogenannte New Business CSM, also vereinfacht die noch nicht verdienten Gewinne aus neu abgeschlossenem Geschäft, sank in der Schaden-Rückversicherung um 13,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Hannover Rück nennt dafür vor allem niedrigere Preise und Währungseffekte als Gründe.
Das höhere Erneuerungsvolumen konnte den Rückgang teilweise ausgleichen. Es zeigt aber auch: Mehr Geschäft bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag.
Für das Gesamtjahr bleibt der Konzern dennoch zuversichtlich und hält an seinem Ziel fest, 2026 einen Gewinn von mindestens 2,7 Milliarden Euro zu erzielen.
Für die kommenden Erneuerungsrunden dürfte deshalb vor allem eine Frage interessant werden: Wie lange kann Hannover Rück weiter kräftig wachsen, wenn die Preise gleichzeitig sinken?

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