RadKasko – Franke und Bornberg mit neuem Rating

„Beim Diebstahl trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab.“

Neues Fahrradversicherungs-Rating 2026 zeigt deutliche Schwächen vieler Tarife

Die Absicherung hochwertiger Fahrräder und E-Bikes entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Versicherungsmarkt. Ein neues Rating des Analysehauses Franke und Bornberg zeigt nun erstmals, wie groß die Unterschiede zwischen den angebotenen Fahrradversicherungen tatsächlich sind. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nur sieben von insgesamt 83 geprüften Tarifen erreichten die Höchstbewertung „FFF+“.

Dabei handelt es sich um die Tarife der Adam Riese GmbH, der Barmenia mit ihrer Tochter ADCURI GmbH (deren Tarife identisch sind) sowie des HÄGER Versicherungsvereins a. G. Die vollständigen Ergebnisse und alle ausgezeichneten Tarife veröffentlicht Franke und Bornberg in der offiziellen Ratingübersicht.

👉 Ratingergebnisse Fahrradversicherung 2026

Hintergrund der Untersuchung ist die steigende Zahl hochwertiger Fahrräder und E-Bikes im Alltag. Gleichzeitig bleiben Fahrraddiebstähle ein relevantes Problem. Laut Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im Jahr 2025 rund 115.000 versicherte Fahrräder gestohlen. Die Versicherer zahlten dafür insgesamt rund 150 Millionen Euro Entschädigung. Besonders auffällig: Der durchschnittliche Schaden pro Diebstahl stieg auf den Rekordwert von 1.270 Euro.

Hausratversicherung oft nur eingeschränkter Schutz

Viele Verbraucher verlassen sich weiterhin auf die Fahrradklausel ihrer Hausratversicherung. Genau hier sieht Franke und Bornberg jedoch erhebliche Versorgungslücken. Denn klassische Hausratpolicen decken meist lediglich den Diebstahl des Fahrrads ab. Schäden durch Stürze, Unfälle, Vandalismus oder Bedienfehler gehören häufig nicht zum Leistungsumfang. Auch Zusatzleistungen wie Pannenhilfe, Mobilitätsservices oder Transportkosten fehlen in vielen Fällen.

Spezialisierte Fahrradversicherungen gehen deutlich weiter. Sie kombinieren Diebstahlschutz mit Kaskoleistungen und Servicebausteinen, die besonders bei hochwertigen E-Bikes oder Rennrädern relevant werden. Laut den Analysten unterscheiden sich die Tarife allerdings massiv bei Leistungsumfang und Bedingungen.

Methodik des Fahrradversicherungs-Ratings 2026

Für das neue Rating untersuchte Franke und Bornberg insgesamt 83 Tarife von 36 Versicherern anhand von 63 Detailkriterien in zwölf Bewertungskategorien. Die maximale Gesamtpunktzahl lag bei 3.275 Punkten. Die höchste Gewichtung erhielt die Kategorie Diebstahl mit 16 Einzelkriterien und 1.025 möglichen Punkten. Dahinter folgen die Bereiche versicherte Schäden mit 775 Punkten sowie versicherte Sachen mit 450 Punkten.

Darüber hinaus flossen weitere Leistungsmerkmale in die Bewertung ein. Dazu gehörten unter anderem Schutzbriefleistungen, Regelungen zur groben Fahrlässigkeit, die Berechnung der Entschädigung, Leistungen für den sportlichen Einsatz des Fahrrads, Obliegenheiten des Versicherungsnehmers sowie weitere tarifrelevante Details. Das Analysehaus wollte damit nicht nur einzelne Leistungsbausteine bewerten, sondern die tatsächliche Alltagstauglichkeit der Policen möglichst umfassend abbilden.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Spreizung im Markt:

  • 7 Tarife erhielten die Bestnote „FFF+“
  • 28 Tarife wurden mit „FFF“ bewertet
  • 25 Tarife erreichten „FF+“
  • 13 Tarife lagen bei „FF“
  • 10 Tarife schnitten mit „F+“ oder schlechter ab

Für die Höchstnote „FFF+ hervorragend“ mussten Versicherer umfangreiche Mindeststandards erfüllen. Ein Tarif musste unter anderem Carbonfahrräder versichern, grobe Fahrlässigkeit ohne Einschränkung einschließen sowie Fahrradanhänger absichern. Für Kinderanhänger galt dabei eine Mindestdeckung von 500 Euro. Zusätzlich verlangte Franke und Bornberg eine Neuwerterstattung von mindestens drei Jahren.

Auch bei den Anforderungen an Fahrradschlösser setzte das Rating klare Maßstäbe. So durfte für die Bestnote lediglich ein verkehrsübliches Schloss verlangt werden — ohne zusätzliche Vorgaben zu Marke, Sicherheitsstufe oder Mindestpreis. Bereits für die Note „FFF“ war zudem der vollständige Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verpflichtend.

Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei Franke und Bornberg, sieht gerade beim Diebstahlschutz erhebliche Unterschiede zwischen den Angeboten:

Gerade bei den Schlossvorgaben und beim Schutz von Zubehör, Gepäck oder Anhängern zeigen sich laut den Analysten große Unterschiede zwischen den Tarifen.

Hochwertige Fahrräder erhöhen Beratungsbedarf

Mit steigenden Anschaffungskosten wächst auch das finanzielle Risiko für Radbesitzer. Moderne E-Bikes kosten heute schnell mehrere Tausend Euro. Im Schadenfall können unzureichende Vertragsbedingungen deshalb teuer werden. Das Rating macht deutlich, dass Verbraucher die Leistungen einer Fahrradversicherung genau prüfen sollten — insbesondere bei hochwertigen Rädern und regelmäßiger Nutzung.

Franke und Bornberg kündigte an, das Fahrradversicherungs-Rating künftig jährlich zu aktualisieren und weiter auszubauen.


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