Die neuen Tarife für die Kfz-Versicherung im Jahr 2026 bringen erneut spürbare Beitragserhöhungen mit sich. Aktuellen Auswertungen des Vergleichsportals Verivox zufolge liegen die Prämien aus dem günstigen Preissegment über alle Versicherungsarten hinweg etwa sieben Prozent über dem Vorjahr, bei der Vollkasko beläuft sich der Anstieg auf rund acht Prozent. Teilkasko-Tarife steigen um etwa sechs Prozent, die Haftpflicht um circa fünf Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht, dass die Versicherungsbranche weiterhin unter hohem Kostendruck steht.
Ein wesentlicher Treiber dieser Dynamik sind die deutlich gestiegenen Reparatur- und Ersatzteilkosten. Die durchschnittlichen Werkstattstundensätze im Kfz-Handel liegen 2025 regional unterschiedlich, teils bei bis zu 213,50 Euro pro Stunde für Karosseriearbeiten, 201,50 Euro für Mechanik und 221,50 Euro für Lackierung. Besonders in Großstädten wie Hamburg oder München werden diese Höchstwerte erreicht, während in ostdeutschen Regionen die Sätze teilweise deutlich darunterliegen. Diese massiven Unterschiede schlagen direkt auf die Schadenaufwendungen der Versicherer durch und erklären, warum insbesondere die Vollkaskoversicherung weiterhin als Kostentreiber gilt.
Für Versicherungsvermittler bedeutet dies: Der Gesprächsbedarf mit Kunden steigt. Es gilt, nicht nur Beitragserhöhungen transparent zu vermitteln, sondern auch die Hintergründe glaubwürdig darzustellen. Gerade bei der Vollkasko, die häufiger bei jüngeren Fahrzeugen mit höherem Restwert abgeschlossen wird – laut Verivox im Durchschnitt 6,5 Jahre alt gegenüber 17,8 Jahren bei reiner Haftpflichtversicherung – müssen Kostensteigerungen stärker einkalkuliert werden. Gleichzeitig eröffnet die Marktlage neue Möglichkeiten: Einige Anbieter schreiben nach Jahren mit Defiziten wieder Gewinne, setzen nun auf Wettbewerb und bieten attraktive Wechselangebote. Laut Verivox können Einsparpotenziale von bis zu 52 Prozent erzielt werden, wenn ein 45-jähriger Golf-Fahrer aus Berlin von einem mittelteuren in einen günstigen Tarif wechselt. Das Beispiel nennt eine potenzielle Einsparung von rund 836 Euro.
Als Vermittler sollten Sie Ihre Kunden aktiv auf die folgenden Aspekte hinweisen: Erstens, dass die Beiträge nicht pauschal sinken werden – auch wenn das Wachstum moderater ausfällt als in den Vorjahren, bleibt insgesamt mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Zweitens, dass individuelle Faktoren wie Regionalklasse, Typklasse, Fahrprofil und Schadenfreiheitsrabatt deutlich stärker gewichtet werden. Drittens, dass die regional stark differierenden Werkstattstundensätze weiterhin so rasant steigen, dass sie die Kalkulation der Versicherer erheblich beeinflussen.
Wer sich in der anstehenden Wechselsaison nicht wochenlang mit Angebotsvergleichen und individuellen Risikofragen beschäftigen möchte, kann auf sogenannte 1:1-Umdeckungstarife ausweichen, wie sie einige Versicherer und Maklerpools anbieten. Diese Produkte ermöglichen den nahtlosen Wechsel bestehender Policen in ein gleichwertiges Vertragsverhältnis mit einem anderen Anbieter. Der Angebotsprozess ist in der Regel deutlich kürzer, erfordert weniger individuelle Risikomerkmale und kann häufig vollständig digital abgewickelt werden. Moderne Anwendungen ermöglichen etwa das automatische Auslesen der Fahrzeugdaten über ein Foto des Fahrzeugscheins, wodurch die Datenerfassung und Antragsstellung erheblich beschleunigt wird. Für Vermittler kann dies in der Hochphase des Kfz-Geschäfts eine wertvolle Entlastung darstellen, ohne auf Beratungsqualität verzichten zu müssen.
In der Beratungspraxis empfiehlt es sich, Kunden frühzeitig zur Wechselanalyse zu animieren, bestehende Tarife kritisch zu prüfen und alternative Tarifierungen – etwa mit Werkstattbindung, erhöhter Selbstbeteiligung oder 1:1-Umdeckungen – gezielt zu besprechen. Wichtig ist, dass Vermittler die Hintergründe der Kostendynamik kennen und erklären können, um das Vertrauen der Kunden zu sichern und ihnen handlungsorientierte Empfehlungen zu geben.
Foto: KI – generiert

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