Olympia 2028: Allianz Beach Arena erweitert weltweite Stadionfamilie

Die Allianz Arena in München kennt wohl jeder Fußballfan. Doch künftig wird man den Namen des Versicherers auch mit Beachvolleyball verbinden. Wie die Allianz bekannt gab, wird die Allianz Beach Arena bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu den offiziellen Wettkampfstätten gehören.

15.000 Plätze direkt am Pazifik

Die temporäre Arena entsteht unmittelbar an der Uferpromenade von Long Beach in Kalifornien. Sie wird knapp 15.000 Zuschauerplätze bieten und sowohl für die olympischen Beachvolleyball-Wettbewerbe als auch für das paralympische Blindenfußballturnier genutzt.

Insgesamt rechnen die Veranstalter bei beiden Turnieren mit rund 735.000 Zuschauerbesuchen. Der erste Wettkampftag ist für den 15. Juli 2028 vorgesehen.

Anders als die übrigen Allianz-Stadien ist die neue Arena nicht auf Dauer angelegt. Sie wird eigens für die Spiele errichtet und soll anschließend wieder zurückgebaut werden.

Von München bis Minnesota: Die weltweite Allianz-Stadienfamilie

Mit der neuen Arena wächst die sogenannte „Allianz Family of Stadiums“ auf acht Sportstätten in sieben Ländern.

Den Anfang machte 2005 die Allianz Arena in München, die Heimspielstätte des FC Bayern München mit rund 75.000 Zuschauerplätzen. In Frankreich folgte 2013 die Allianz Riviera in Nizza, die vor allem vom Fußballverein OGC Nizza genutzt wird. Seit 2016 gehört auch das Allianz Stadion in Wien, Heimat des SK Rapid Wien, zur Familie.

In Italien trägt die Heimspielstätte von Juventus Turin seit 2017 den Namen Allianz Stadium. Auch in den USA ist der Versicherer vertreten: Das 2019 eröffnete Allianz Field in St. Paul, Minnesota, ist das Fußballstadion von Minnesota United FC aus der Major League Soccer.

In Australien gehört das Allianz Stadium in Sydney dazu. Die 2022 eröffnete Mehrzweckarena wird insbesondere für Fußball, Rugby League und Rugby Union genutzt. Das jüngste Mitglied der bisherigen Stadionfamilie ist das traditionsreiche Twickenham Stadium in London, Heimstätte der englischen Rugby-Nationalmannschaft, das seit 2024 ebenfalls den Namen Allianz Stadium trägt.

Nicht mehr zur Familie gehört dagegen das frühere Allianz Parque in São Paulo, die Heimstätte des brasilianischen Fußballvereins Palmeiras. Seit Juni 2026 trägt das Stadion nach einem Wechsel des Namensrechtepartners den Namen Nubank Parque.

Gleich zwei olympische Premieren

Die Allianz Beach Arena steht gleich für zwei Premieren. Denn die Olympischen und Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles sind die ersten in der Geschichte, bei denen kommerzielle Namensrechte für Wettkampfstätten vergeben werden.

Die Organisatoren hatten diese Neuerung bereits im August 2025 mit Zustimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) offiziell bekannt gegeben. Bislang mussten Wettkampfstätten während der Spiele grundsätzlich auf kommerzielle Namenszusätze verzichten. Die neue Regelung eröffnet den Veranstaltern zusätzliche Einnahmemöglichkeiten.

Die zweite Premiere betrifft die Allianz selbst: Erstmals wird eine olympische und paralympische Wettkampfstätte den Namen des Versicherungskonzerns tragen. Der Konzern ist bereits seit 2021 weltweiter Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele. Die Partnerschaft läuft noch bis 2032. Mit der neuen Arena verbindet der Versicherer nun seine weltweite Stadionfamilie mit seinem olympischen Engagement. Dass dies neben der Unterstützung des Sports auch eine hervorragende Gelegenheit ist, die eigene Marke einem weltweiten Publikum zu präsentieren, dürfte niemanden überraschen. Für die Allianz geht es 2028 also nicht um Gold, Silber oder Bronze – sondern um einen möglichst großen Auftritt im olympischen Sand.

Mein Kommentar: Olympia auf FIFA-Kurs

Warum sollte man die Namensrechte olympischer Wettkampfstätten auch nicht vermarkten? Das würde schließlich bedeuten, freiwillig auf Einnahmen zu verzichten. Und wer will das schon?

Dabei dürfte das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft sein. Ein bisschen mehr Fantasie, meine Damen und Herren!

Wie wäre es beispielsweise mit der Einblendung: „Dieser Weltrekord wird Ihnen präsentiert von Snickers – wenn’s mal wieder länger dauert!“ Oder beim 100-Meter-Finale: „Dieser Raketenstart wurde Ihnen präsentiert von Red Bull.“ Beim Marathon könnte ab Kilometer 35 eingeblendet werden: „Die letzten sieben Kilometer werden Ihnen präsentiert von Voltaren.“ Und bei der Siegerehrung? „Diese Goldmedaille wird Ihnen überreicht von Ihrem Goldankäufer des Vertrauens.“

Auch die olympische Flamme ließe sich sicherlich noch vermarkten. Vielleicht als „Olympisches Feuer – powered by Gazprom.“ Und nach der Medaillenübergabe könnte es künftig heißen: „Die Nationalhymne hören Sie gleich – nach einer kurzen Werbepause!“

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Olympia auf FIFA-Kurs. Dabei sein ist alles. Kassieren offenbar auch.


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