BarmeniaGothaer setzt im Vertrieb auf neue CRM-Plattform

– KI soll Makler und Vermittler entlasten Nach der Fusion arbeitet die BarmeniaGothaer an der Zusammenführung ihrer Vertriebsorganisation. Dafür setzt die Versicherungsgruppe auf die Customer Suite des Softwareanbieters BSI Software. Die neue CRM-Plattform soll künftig die unterschiedlichen Vertriebswege auf einer gemeinsamen technischen Basis zusammenführen. Rund 7.000 Mitarbeitende im Exklusivvertrieb, der Maklerbetreuung und im Backoffice werden […]

– KI soll Makler und Vermittler entlasten

Nach der Fusion arbeitet die BarmeniaGothaer an der Zusammenführung ihrer Vertriebsorganisation. Dafür setzt die Versicherungsgruppe auf die Customer Suite des Softwareanbieters BSI Software. Die neue CRM-Plattform soll künftig die unterschiedlichen Vertriebswege auf einer gemeinsamen technischen Basis zusammenführen. Rund 7.000 Mitarbeitende im Exklusivvertrieb, der Maklerbetreuung und im Backoffice werden die Lösung nutzen.

Die Plattform ist Teil der neuen Kunden- und Marktplattform der BarmeniaGothaer. Vermittler sollen darüber zentral auf Kundendaten, Services und Vertriebsinformationen zugreifen können. Nach Angaben des Unternehmens standen bei der Auswahl vor allem die Integrationsfähigkeit sowie die modulare und skalierbare Architektur der Software im Vordergrund.

Erste Pilotgruppen arbeiten bereits mit dem System

Das Projekt startete im Herbst 2025. Seit Juni 2026 testen erste Pilotgruppen die neue Lösung im Arbeitsalltag. Schrittweise soll die Plattform im gesamten Vertrieb eingeführt werden.

Neben der Kundenbetreuung soll das System auch die Bestandsentwicklung und die Agentursteuerung unterstützen. Im Exklusivvertrieb kommt dafür das Modul Tied Agent Management (TAM) zum Einsatz, das Kundeninformationen zentral zusammenführt.

KI soll den Vertriebsalltag unterstützen

Geplant ist außerdem der Einsatz von Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz. Nach den Vorstellungen der BarmeniaGothaer könnten digitale Assistenten künftig beispielsweise Beratungsgespräche zusammenfassen oder Policen im Rahmen der Angebotserstellung prüfen. Ziel ist es, Routineaufgaben zu automatisieren und Vermittler im Tagesgeschäft zu entlasten.

Für die Versicherungsgruppe geht es dabei nicht allein um den Austausch eines bestehenden CRM-Systems. Die neue Plattform soll die technischen Voraussetzungen schaffen, um die Vertriebsprozesse der fusionierten Unternehmen einheitlich abzubilden und künftige Anwendungen einfacher einzubinden.

Mit der Einführung der neuen CRM-Lösung treibt die BarmeniaGothaer damit die Integration ihrer Vertriebsorganisation weiter voran und setzt zugleich auf eine stärkere Digitalisierung der Zusammenarbeit mit Vermittlern und Maklern.

Fusion noch nicht in allen Bereichen angekommen

Seit der Fusionsankündigung im Herbst 2023 hat die BarmeniaGothaer bereits zahlreiche Integrationsschritte umgesetzt. Nach dem rechtlichen Vollzug im September 2024 wurden die Führungsstrukturen zusammengeführt und die gemeinsame Organisation aufgebaut. Im Maklergeschäft ist die Integration jedoch noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen. Zwar ist die Maklerbetreuung inzwischen einheitlich organisiert, in den Fachbereichen bestehen jedoch vielerorts noch die gewachsenen Strukturen beider Unternehmen fort. Je nach Sparte oder Produkt haben Makler deshalb weiterhin Ansprechpartner aus der früheren Gothaer- oder der Barmenia-Organisation. Auch die Produktwelten sind noch nicht vollständig vereinheitlicht. So werden einzelne Sparten weiterhin unter den bisherigen Marken geführt.

Hinzu kommt mit Adcuri, der Online-Marke der Barmenia im privaten Kompositgeschäft, ein weiterer Anbieter innerhalb der Gruppe, der teilweise eigene Produkte vertreibt. Für Makler ist daher nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, welche Gesellschaft oder welcher Ansprechpartner für ein bestimmtes Produkt zuständig ist.

Mit Projekten wie der neuen CRM-Plattform treibt die BarmeniaGothaer die Integration nach der Fusion weiter voran. Bis Vertriebspartner und Kunden den Konzern jedoch durchgängig als eine einheitliche Marken- und Organisationswelt erleben, dürfte der eingeschlagene Weg noch einige Zeit in Anspruch nehmen.


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