ATTIKON AG gründet Assekuradeur

Die ATTIKON Finanz AG, gegründet im Jahr 2019 unter der Leitung des ehemaligen AXA-Vorstands Thomas Michels, zählt zu den wachstumsstärksten Akteuren im deutschen Markt für Versicherungsmaklerbetriebe. Innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen rund zwei Dutzend Maklerhäuser übernommen – darunter kürzlich die Assekuranz Nordwest Vermittlungs-GmbH, die HLP Hanse Agentur GmbH & Co. KG sowie die Thomas […]

Die ATTIKON Finanz AG, gegründet im Jahr 2019 unter der Leitung des ehemaligen AXA-Vorstands Thomas Michels, zählt zu den wachstumsstärksten Akteuren im deutschen Markt für Versicherungsmaklerbetriebe. Innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen rund zwei Dutzend Maklerhäuser übernommen – darunter kürzlich die Assekuranz Nordwest Vermittlungs-GmbH, die HLP Hanse Agentur GmbH & Co. KG sowie die Thomas Hansmann Versicherungsmakler GmbH. Mit diesen Zukäufen baut ATTIKON ihre regionale Präsenz weiter aus: Die Assekuranz Nordwest ist auf Kfz-, Transport- und Gewerbeversicherungen spezialisiert und in Norddeutschland aktiv. Die HLP Hanse Agentur mit Sitz in Hamburg fokussiert sich auf Versicherungslösungen für Yacht- und Flugzeugbesitzer sowie Fahrzeughändler. Mit der Thomas Hansmann Versicherungsmakler GmbH stärkt ATTIKON ihre Position im Süden Deutschlands und gewinnt Kunden aus Industrie, Handel und Handwerk hinzu.

Das Unternehmen verfolgt konsequent eine Buy-and-Build-Strategie, bei der spezialisierte Maklerbetriebe unter einem einheitlichen organisatorischen Dach zusammengeführt werden, ohne dass diese ihre operative Eigenständigkeit vollständig verlieren. Ziel ist es, durch gemeinsame digitale Plattformen und Prozesse eine höhere Effizienz zu erzielen und gleichzeitig die Kundenbindung durch spezialisierte Beratung zu vertiefen. Stand Mitte 2025 hat ATTIKON eigenen Angaben zufolge 24 Maklerbetriebe übernommen. Die Integration verläuft schrittweise, wobei auch die Nachfolge älterer Maklerunternehmer abgesichert wird.

Im Zuge ihrer strategischen Weiterentwicklung plant die ATTIKON-Gruppe, Anfang 2026 einen eigenen Assekuradeur an den Start zu bringen. Die entsprechende Gesellschaft, ATTIKON Immosecur Assekuradeur GmbH, wurde bereits im Handelsregister eingetragen. Künftig will ATTIKON eigene Policen im Namen von Versicherern ausstellen und Schadenregulierung übernehmen, was ihr größere Flexibilität bei der Produktgestaltung verschafft und die Position als Schnittstelle zwischen Versicherungsunternehmen und Kunden weiter stärkt.

Was das alles mit dem Maklermarkt zu tun hat? Die Aktivitäten von ATTIKON sind Teil eines klaren Trends: Der Markt für Versicherungsmakler verändert sich rasant. Viele kleinere Maklerbetriebe stehen vor dem Generationswechsel, neue gesetzliche Anforderungen und der Druck zur Digitalisierung machen es für Einzelkämpfer immer schwerer. Gleichzeitig steigt das Interesse von Investoren, die im Versicherungsgeschäft stabile Erträge sehen und bereit sind, Kapital für Wachstum bereitzustellen.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland über 100 Übernahmen von Maklerbetrieben gemeldet – Tendenz steigend. ATTIKON ist also bei weitem nicht allein unterwegs, aber mit ihrem klaren Fokus auf Spezialmakler und einem langfristigen Plan hebt sich das Unternehmen von vielen anderen Marktteilnehmern ab.

Mit der geplanten Gründung des Assekuradeurs geht ATTIKON den nächsten Schritt – weg vom reinen Maklernetzwerk hin zu einem Anbieter, der noch mehr Wertschöpfung in der eigenen Hand hat. Und es sieht ganz so aus, als hätte das Unternehmen seine Einkaufstour noch lange nicht beendet.

Die aktuelle Konsolidierung von Maklerhäusern und Pools bringt zwar Vorteile wie effizientere Prozesse, bessere IT und Nachfolgelösungen – aber sie hat auch Schattenseiten. Je mehr große Gruppen den Markt dominieren, desto schwieriger wird es für unabhängige, kleinere Makler, sich zu behaupten. Sie geraten unter Druck, verlieren Verhandlungsmacht gegenüber Versicherern und laufen Gefahr, von den großen Plattformen abhängig zu werden. Zudem kann echte Vielfalt in der Beratung leiden, wenn Produkte und Prozesse zunehmend zentral vorgegeben werden. Kurz gesagt: Die Konsolidierung stärkt einige wenige – und schwächt gleichzeitig die Unabhängigkeit und Beweglichkeit der anderen.


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