Das sind die Strategie-Pläne von Allianz-Chef Bäte – und warum sie ohne Makler kaum umsetzbar sind
Kurz vor der Jahreshauptversammlung hat die Allianz tiefe Einblicke in ihre strategische Neuausrichtung gewährt. Unter dem Motto „Lifting Ambitions“ will Vorstandschef Oliver Bäte bis 2027 ambitionierte Wachstumsziele erreichen – ohne auf klassische Prämienerhöhungen zu setzen. Stattdessen rücken organisches Kundenwachstum, Produktivitätssteigerungen, Kostenreduktion und mehr Resilienz ins Zentrum der Allianz-Strategie.
Kundenwachstum im Fokus
In seiner Rede kündigte Bäte an, das Kundenwachstum innerhalb von drei Jahren verdoppeln zu wollen – ein ehrgeiziges Ziel, das durch gezielte Neukundengewinnung, bessere Betreuung und die Vermeidung von Kündigungen erreicht werden soll. Bereits am Kapitalmarkttag im Dezember hatte er einen stärkeren Fokus auf Kundenbindung und Gewinnwachstum betont.
Technologieeinsatz und Kostendisziplin
Die Allianz will verstärkt auf moderne Technologien setzen – insbesondere auf generative KI – um Prozesse zu vereinfachen und die Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steigern. Vertriebskosten sollen vor allem durch die Digitalisierung von Schnittstellen zu Agenturen und Partnern gesenkt werden. Auch Verwaltungskosten stehen weiter im Visier der Optimierung.
Resilienz und nachhaltige Kapitalanlage
Angesichts globaler Unsicherheiten und volatiler Märkte betont Bäte die Notwendigkeit robuster Kapitalanlagen. Die Allianz will ihre Rolle als Risikomanager ausbauen – insbesondere im Kontext von Klimawandel, Cyberrisiken und geopolitischen Spannungen.
Wandel im Produktportfolio
Die Allianz reagiert auf demografische Veränderungen und Herausforderungen der staatlichen Sicherungssysteme mit neuen Angeboten: renditestarke Investments in Immobilien, Infrastruktur und erneuerbare Energien sowie zusätzliche Dienstleistungen rund um Vorsorge und Gesundheit, wie Präventionsangebote und Concierge-Services.
Starke Ziele – starker Vertrieb notwendig
Ein operatives Ergebnis von 15 bis 17 Milliarden Euro für 2025, eine Dividendenerhöhung um 12 Prozent und ein Aktienrückkauf in Höhe von zwei Milliarden Euro zeigen: Die Allianz will nicht nur wachsen, sondern auch ihre Aktionäre belohnen. Doch bei aller strategischer Klarheit stellt sich eine zentrale Frage:
Wie realistisch sind diese ambitionierten Ziele ohne eine deutliche Stärkung des Maklergeschäfts?
Mein Kommentar: Ohne Makler geht’s nicht – Allianz braucht den Vertrieb über freie Vermittler stärker denn je!
Die von Oliver Bäte formulierten Pläne sind ambitioniert – und digital geprägt. Doch gerade das Ziel, das Kundenwachstum massiv zu steigern, lässt sich kaum ohne eine intensivierte Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermittlern realisieren. Denn Makler sind nach wie vor ein zentraler Hebel für Kundennähe, persönliche Beratung und nachhaltige Kundenbindung – gerade in einer Zeit, in der Vertrauen eine wachsende Rolle spielt.
Digitale Prozesse allein reichen nicht aus. Wer organisch wachsen will, muss diejenigen stärken, die den Kunden und deren Interessen am nächsten sind und die mit beiden Beinen im Lager der Kunden stehen. Die Allianz hat dies in den letzten Jahren deutlich erkannt. Jetzt kommt es darauf an, das Maklergeschäft nicht nur als Vertriebsweg, sondern als strategischen Partner in den Fokus zu rücken. Denn ohne die unabhängigen Vermittler und deren Vertriebspotential lassen sich selbst die besten Strategien kaum in nachhaltigen Erfolg übersetzen.

Deine Meinung ist uns wichtig!