Streit um Nürnberger spitzt sich zu!

Streit um Nürnberger Versicherung spitzt sich zu – Aktionäre verärgert über exklusive Gespräche mit VIG

In Nürnberg kommt es scheinbar zu zunehmenden Spannungen zwischen Vorstand und Anteilseignern der Nürnberger Versicherung. Am Donnerstag tagte der Aufsichtsrat des fränkischen Versicherers – im Mittelpunkt standen die laufenden exklusiven Gespräche mit der Vienna Insurance Group (VIG).

Nach übereinstimmenden Berichten wächst die Verärgerung vieler Aktionäre deutlich. Sie kritisieren vor allem das Vorgehen des Vorstands unter Harald Rosenberger. Insidern zufolge werfen Anteilseigner dem Management vor, beim möglichen Verkauf der Gruppe zu intransparent zu agieren. „Rosenberger und die Vorstände laufen ein gewaltiges Haftungsrisiko“, zitierte das Branchenportal Versicherungsmonitor einen Insider.

Bereits seit Sommer ist bekannt, dass die Nürnberger mit der VIG über eine Mehrheitsbeteiligung und eine strategische Kooperation verhandelt. Offiziell befindet sich das Vorhaben noch in einer Phase der Due-Diligence-Prüfung. Kritiker bemängeln jedoch, dass es keinen offenen Bieterprozess gebe und andere Interessenten außen vor blieben. Der aktivistische Investor 7Square hatte zuletzt gefordert, die Gespräche zu beenden und stattdessen Transparenz über mögliche Alternativen herzustellen.

Parallel zur Übernahmediskussion hat die Nürnberger weitere Baustellen. Besonders deutlich wird dies im Bereich der Risikolebensversicherung: Zum 1. Oktober 2025 stellt der Konzern den Verkauf eigener RLV-Produkte ein. Die rund 500 Generalagenten des Hauses sollen stattdessen künftig Policen der Hannoversche Lebensversicherung vermitteln. Damit bleibt das Produktsegment für den Vertrieb der Nürnberger erreichbar, jedoch nicht mehr im eigenen Konzern. Die bestehenden RLV-Bestände – seit 2020 aufgebaut, aber mit nur etwa 7.000 Verträgen vergleichsweise klein – werden intern in die Nürnberger Lebensversicherung überführt und dort weiter verwaltet.

Auch in anderen Sparten sieht es angespannt aus: Die Schadenversicherung soll erst 2027 wieder Gewinne schreiben, während das Konzernergebnis 2025 bei rund 40 Millionen Euro liegen dürfte. Für Aktionäre, die auf Stabilität und Wertsteigerung hoffen, ist das wenig beruhigend.

Die wachsende Kritik von Anteilseignern dürfte die Verhandlungen mit der VIG zusätzlich belasten. Ob der Aufsichtsrat konkrete Beschlüsse fasste, ist bislang nicht bekannt. Klar ist jedoch: Der Druck auf Rosenberger und sein Team steigt – sowohl in operativer Hinsicht als auch mit Blick auf mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen.


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Ein Kommentar zu „Streit um Nürnberger spitzt sich zu!“

  1. Die wirtschaftlich unbefriedigende Entwicklung der Nürnberger war abzusehen. Vie zu lange hat der Vorstand an „alten Hüten“ festgehalten. Da hilft dann eine Flucht nach vorn auch nicht mehr. Jetzt sollte eine saubere Ausschreibung erfolgen, statt auf Schellschüsse zu setzen.

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