
Kaum eine Immobilie wird heutzutage bar bezahlt. Wenn das Eigenheim aufgrund eines Versicherungsschadens unbewohnbar wird, drohen große finanzielle Probleme!
Viele Wohngebäudeversicherungen decken im Falle der Unbewohnbarkeit nach einem versicherten Schaden eine sogenannte Hotelkostenpauschale. Diese soll dazu dienen, dass der Versicherungsnehmer und seine Familie während der Instandsetzung in einem Hotel, einer Ferienwohnung oder Pension unterkommen können.
Allerdings sind die Tagessätze oft gering. Üblich sind im Schnitt ca. 100 € pro Tag für einen Zeitraum von maximal 150 Tagen. Damit wird es zunächst bei den heutigen Preisen schon einmal zur Herausforderung, eine vierköpfige Familie einzuquatieren. Ältere Policen bieten sogar deutlich geringere Pauschalen.
Doch damit nicht genug. Wer kommt denn nun eigentlich für die Hypothekenkosten auf, während das Gebäude wieder instandgesetzt wird?
Der Versicherungsnehmer muss angesichts der beschriebenen Problematik vermutlich bei den Kosten für die Notunterkunft zuzahlen. Zusätzlich wird er vermutlich zahlreiche Mehrkosten für längere Schul- und Arbeitswege haben und auch einen zusätzlichen Organisationsaufwand. Also jede Menge Zusatzkosten durch das plötzlich unbewohnbare Zuhause. Doch die Hypothekenrate muss ja weiterhin bedient werden. Banken verzichten in der Regel nicht auf ihr Geld.
Es gibt durchaus Wohngebäudeversicherungen, die genau dafür Deckung bieten!
Dort heißt es beispielsweise in den Bedingungen:
Der Versicherer ersetzt die monatlich fortlaufenden Kreditkosten (Zins und Tilgung) für die Hypotheken oder Grundschulden des versicherten Gebäudes, wenn durch einen Versicherungsfall die Räume des versicherten Gebäudes unbenutzbar geworden sind oder die Beschränkung auf einen benutzbar gebliebenen Teil des Gebäudes nicht zumutbar ist. Quelle: GEV Grundeigentümer-Versicherung Wohngebäudeversicherung Protect+ Premium
Dieser Deckungsinhalt ist jedoch keinesfalls Standard und nur in wenigen Policen am Markt erhältlich. Die gängigen Vergleichsrechner führen diesen wichtigen Leistungspunkt nach meiner Erfahrung jedoch nicht einmal mit auf.
Bei kreditfinanzierten Immobilien sollte man dies meines Erachtens jedoch unbedingt mitversichert haben. Gerade dann, wenn es sich um hohe Finanzierungsraten handelt.
Es gibt durchaus Schadensfälle, nach denen sich die Wiederherstellung eines bewohnbaren Zustandes über viele Monate hinziehen kann. Handwerkermangel und lange Lieferzeiten für technische Anlagen und Ersatzteile können die Sache zusätzlich in die Länge ziehen.
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