Vergleichsportale treiben den digitalen Abschluss voran
Der Abschluss von privaten Versicherungen im Internet gehört für die große Mehrheit der Deutschen inzwischen zum Alltag. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom haben bereits 89 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal eine Versicherung online abgeschlossen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 83 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist die digitale Affinität bei den unter 65-Jährigen. In den Altersgruppen zwischen 16 und 64 Jahren liegt der Anteil derjenigen mit Erfahrung im Online-Abschluss jeweils bei mindestens 96 Prozent. Selbst unter den über 65-Jährigen hat mit 64 Prozent inzwischen eine klare Mehrheit bereits Policen online abgeschlossen.
Vergleichsportale dominieren den Markt
Beim digitalen Versicherungsabschluss setzen Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem auf Vergleichsportale. 57 Prozent der Befragten, die schon einmal online eine Versicherung abgeschlossen haben, nutzten dafür Plattformen wie Check24 oder Verivox. Knapp dahinter folgen Direktabschlüsse bei Versicherern mit 49 Prozent.
Auch sogenannte Embedded-Insurance-Angebote gewinnen weiter an Bedeutung: 43 Prozent haben Versicherungen direkt bei einem Online-Händler abgeschlossen – etwa beim Kauf einer Reise oder eines technischen Geräts. Digitale Abschlüsse über Makler oder Versicherungsvertreter kommen auf 35 Prozent, Banken erreichen 27 Prozent.
„Der Online-Abschluss von Versicherungen ist für die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher selbstverständlich geworden. Digitale Vergleiche machen den Markt transparenter und erleichtern den Wechsel“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des deutschen Digitalverbands Bitkom, Bernhard Rohleder.
Reiserücktritt und Tierpolicen besonders digital
Je nach Versicherungsart zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede beim bevorzugten Abschlussweg. Besonders hoch ist der Online-Anteil bei eher standardisierten oder situativen Produkten.
So wurden Tierversicherungen zuletzt von 61 Prozent der Versicherten online abgeschlossen. Ähnlich hoch liegt der Wert bei Reiserücktrittsversicherungen mit 58 Prozent. Bei der Kfz-Versicherung entschied sich genau die Hälfte zuletzt für den digitalen Abschluss.
Auch Auslandsreise-Krankenversicherungen (45 Prozent) und Geräteversicherungen (43 Prozent) werden häufig online abgeschlossen. Dagegen bleibt bei komplexeren oder beratungsintensiveren Produkten der stationäre Vertrieb weiterhin relevant.
Beratungsintensive Policen bleiben häufiger offline
Rechtsschutzversicherungen erreichen einen Online-Anteil von 38 Prozent. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen liegt er bei 35 Prozent, bei der privaten Altersvorsorge bei 34 Prozent. Noch niedriger fällt der Anteil bei Krankenzusatzversicherungen (32 Prozent) und regulären Krankenversicherungen (30 Prozent) aus.
Eher selten werden zudem Unfallversicherungen (28 Prozent), Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen (jeweils 23 Prozent) online abgeschlossen. Hier scheint der persönliche Beratungsbedarf weiterhin eine größere Rolle zu spielen.
Für die Studie befragte Bitkom Research im Zeitraum zwischen Kalenderwoche 11 und 14 des Jahres 2026 insgesamt 1.004 Personen ab 16 Jahren telefonisch in Deutschland. Die Umfrage ist repräsentativ.


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