Laut dem neuesten Global Insurance Market Index von Marsh sind die globalen Prämienraten für Industrieversicherungen im vierten Quartal 2025 im Durchschnitt um 4 % gefallen. Damit verzeichnet der Markt den sechsten aufeinanderfolgenden Rückgang nach sieben Jahren kontinuierlicher Anstiege und setzt den moderaten Abschwächungstrend fort, der erstmals im ersten Quartal 2021 beobachtet wurde.
Die Hauptgründe für den Rückgang der Prämienraten sind der zunehmende Wettbewerb unter den Versicherern, eine günstige Schadenentwicklung, verbesserte Rückversicherungskonditionen sowie eine erhöhte Marktkapazität. Insbesondere im Sachversicherungsbereich (Property) führte die gestiegene Kapazität in vielen Märkten zu spürbaren Preisnachlässen.
Mit Ausnahme der USA verzeichneten weltweit alle Regionen im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich Rückgänge der Prämienraten. Die Pazifikregion wies mit 12 % den größten Rückgang auf, gefolgt von Indien, Naher Osten und Afrika (IMEA) mit 10 %. In Lateinamerika und der Karibik (LAC), im Vereinigten Königreich sowie in Kanada sanken die Prämienraten um jeweils 7 %. In Europa und Asien kam es zu Rückgängen von 6 % beziehungsweise 5 %. Die Prämienraten in den USA, die im dritten Quartal 2025 noch um 1 % gefallen waren, blieben im vierten Quartal insgesamt stabil, wobei insbesondere im Haftpflichtbereich weiterhin Aufwärtsdruck zu beobachten war.
Nach Sparten betrachtet verzeichnete die Sachversicherung weltweit einen deutlichen Rückgang von rund 9 %, in einzelnen Regionen sogar im zweistelligen Bereich. Cyber-Versicherungen sanken global um etwa 7 %, was die anhaltend hohe Marktkapazität und den intensiven Wettbewerb widerspiegelt. Im Gegensatz dazu stiegen die Haftpflichtprämien weltweit um rund 4 %, maßgeblich beeinflusst durch den US-Markt, wo hohe Schadenersatzsummen und sogenannte „Nuclear Verdicts“ weiterhin zu Preissteigerungen führen.
John Donnelly, Präsident Global Placement bei Marsh, kommentierte:
„Der globale Versicherungsmarkt ist in den letzten sechs Quartalen durch hohe Kapazitäten in den meisten Sparten und Regionen gekennzeichnet. Ohne unvorhergesehene Ereignisse erwarten wir, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzt. In diesem Jahr dürften Kunden die Möglichkeit haben, Prämienraten zu reduzieren und umfassendere Bedingungen auszuhandeln, die die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherungsprogramme verbessert, um so der zunehmenden Komplexität der Risiken gerecht zu werden.“
Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine Fortsetzung des weichen Marktumfelds im Jahr 2026 hin, wobei regionale und spartenspezifische Unterschiede weiterhin bestehen bleiben.


Deine Meinung ist uns wichtig!