Allianz mit Gewinnen

Allianz mit Selbstbewusstsein zum Jahresende

Die Allianz hat in den ersten neun Monaten so viel verdient wie nie zuvor. Bereits am Donnerstagabend hatte der Münchener Versicherer deshalb seinen Zielkorridor für das Gesamtjahr nach oben gesetzt. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das Ergebnis im Schaden- und Unfallgeschäft, das deutlich über den Erwartungen lag. Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre betont dabei, dass der Konzern das starke Ergebnis nicht allein über Prämienerhöhungen erzielt habe, sondern auch durch verbesserte Underwriting-Qualität und operative Effizienz.

Das operative Ergebnis der Allianz stieg in den ersten drei Quartalen auf rund 13,1 Mrd. Euro, während der Konzernumsatz über die Marke von 140 Mrd. Euro kletterte. Besonders das Schaden- und Unfallsegment glänzte mit einem operativen Wachstum im zweistelligen Prozentbereich und einer verbesserten Combined Ratio von unter 92 Prozent. Gleichzeitig zeigte sich der Konzern auch finanziell äußerst robust: Die Solvency-II-Quote liegt mit rund 209 Prozent weiterhin deutlich über dem internen Zielkorridor.

Mögliche Rolle der Kapitalstärke

Aus meiner Sicht spricht einiges dafür, dass neben operativer Stärke auch die außergewöhnliche Kapitalausstattung der Allianz zu diesem Momentum beiträgt. Wenn sich andere Versicherer aufgrund von Marktzyklen, gestiegenen Rückversicherungskosten oder regulatorischem Druck aus bestimmten Risikosegmenten zurückziehen, entsteht kurzfristig Platz für Gesellschaften mit mehr Risikotragfähigkeit. Es ist gut möglich, dass die Allianz – bewusst oder opportunistisch – genau dort Chancen nutzt, wo Wettbewerber Kapazitäten reduzieren oder Risiken abwerfen. Belegen lässt sich das nicht unmittelbar anhand der veröffentlichten Zahlen. Doch das stabile Wachstum im Industrie- und Spezialversicherungsgeschäft sowie die Fähigkeit, Risiken mit höheren Volatilitätsprofilen im eigenen Buch zu halten, könnten zumindest teilweise darauf hinweisen, dass der Konzern seine Kapitalstärke nutzt, um selektiv Risiken zu zeichnen, die für weniger gut kapitalisierte Anbieter derzeit schwer darstellbar sind.

Reformkurs im Maklergeschäft zeigt Wirkung

Hinzu kommt nach meiner Einschätzung, dass der konsequente Reformkurs der Allianz im Maklergeschäft zunehmend Wirkung zeigt. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Prozesse neu aufgesetzt, digitale Workflows vereinheitlicht und die Kommunikation mit Vertriebspartnern strukturell neu ausgerichtet. Trotz weiterhin spürbarer Herausforderungen – insbesondere bei der technischen Abwicklung, in den IT-Schnittstellen und in der operativen Kommunikation – lässt sich eine klare Verbesserung erkennen. Viele Makler berichten inzwischen von schnelleren Prozessen, stabileren Abläufen und einer höheren Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit. Auch wenn der Weg noch nicht zu Ende ist, könnte dieser Fortschritt im Maklerkanal ein weiterer Baustein dafür sein, dass die Allianz im Schaden- und Unfallgeschäft stärker wächst und effizienter wird als in den Vorjahren.

Ausblick

Mit dem angehobenen Gewinnziel von bis zu 17,5 Mrd. Euro zum Jahresende signalisiert die Allianz ein hohes Vertrauen in die eigene Geschäftsentwicklung. Die Risiken bleiben dabei nicht aus: Naturkatastrophen am Jahresende, volatile Finanzmärkte oder unerwartete Großschäden könnten die Bilanz belasten. Doch angesichts der aktuellen Ergebnislage startet das Unternehmen aus einer Position der Stärke in die entscheidende Phase des Jahres.


Fotoquelle: Allianz


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One response to “Allianz mit Gewinnen”

  1. Ich bin auch der Meinung, daß die finanzielle Ausstattung der Allianz am deutschen Markt nicht zu toppen ist und man sich über deren finanzielle Ergebnisse keine Sorgen zu machen braucht.

    Leider hat jedoch auch dieses Unternehmen in der Maklerbetreuung die allgemein am Markt bekannten Schwäche der Langatmigkeit, gerade im letzten Jahr. Auch hier scheint es zu Personaleinsparungen an der falschen Stelle gekommen zu sein. Das erschwert die Zusammenarbeit ungemein und verärgert häufig den Kunden. Bearbeitungszeiten von 2 Wochen und mehr für E-Mails sind für mich inakzeptabel.

    Und kann mir jemand erklären, warum ich 2 Monate an einem neuen Gebäudeversicherungsvertrag eines Kunden arbeiten muß, weil immer wieder neue Unterlagen angefordert werden und im Ergebnis nun ein Vorort-Termin eines Außendienstlers der Fachabteilung angekündigt wird, der sich auch nicht zeitnah beim Kunden meldet.. Dabei geht es im konkreten Falle nur um die Beseitigung einer Unterversicherung.

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