Viele Policen, wenig Plan

Deutsche verlieren den Durchblick bei ihren Versicherungen

Deutschland ist gründlich, wenn es um Absicherung geht – doch beim Überblick über die eigenen Versicherungen hapert es gewaltig. Laut einer repräsentativen Umfrage des Finanztechnologie-Unternehmens Adyen wissen rund drei von zehn Deutschen nicht, wie viel sie monatlich für ihre Versicherungen ausgeben. Fast die Hälfte der Befragten besitzt fünf oder mehr Policen, jeder Fünfte kennt die genaue Zahl seiner abgeschlossenen Verträge nicht.

Die Studie zeigt, dass Versicherungen in allen Altersgruppen weit verbreitet sind. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil junger Erwachsener zwischen 18 und 29 Jahren: Mehr als die Hälfte von ihnen verfügt über mindestens fünf Policen. Männer sichern sich tendenziell stärker ab als Frauen – knapp ein Viertel der männlichen Befragten hat über sieben Versicherungen, bei den Frauen liegt der Anteil bei rund 14 Prozent. Trotz dieser hohen Versicherungsdichte fehlt es vielen an Transparenz und Struktur. Die meisten wissen nicht genau, welche Beträge regelmäßig abgebucht werden, zumal viele Versicherungsprämien automatisch, teils nur einmal im Jahr, eingezogen werden.

Die Mehrheit der Deutschen gibt monatlich zwischen 100 und 200 Euro für Versicherungen aus. Deutlich höhere Summen zahlen jedoch Selbstständige und Menschen in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Knapp 14 Prozent dieser Altersgruppe investieren über 500 Euro im Monat in Versicherungen, bei Selbstständigen liegt der Anteil derjenigen, die mehr als 400 Euro ausgeben, sogar bei über 23 Prozent. Männer zahlen im Schnitt höhere Beiträge als Frauen – 10,5 Prozent der Männer, aber nur 5,7 Prozent der Frauen geben monatlich mehr als 500 Euro aus.

Beim Thema Zahlungsweise dominiert weiterhin die SEPA-Lastschrift: 83 Prozent der Befragten nutzen sie, um ihre Versicherungsbeiträge zu begleichen. Auf Rechnung zahlen lediglich sieben Prozent, bei den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren liegt dieser Anteil immerhin bei über zwölf Prozent. Gleichzeitig zeigt sich, dass gerade jüngere Versicherte mehr Flexibilität wünschen. Nur 47,5 Prozent der unter 30-Jährigen bevorzugen künftig die SEPA-Lastschrift, während der Wunsch nach Alternativen wie Rechnung, PayPal oder Sofortüberweisung wächst. Das deutet auf einen Wandel im Zahlungsverhalten hin – weg von starren Prozessen, hin zu individuelleren und digitalen Lösungen.

„Die Ergebnisse zeigen ein spannendes Bild: Einerseits haben die Deutschen im Schnitt viele Versicherungen – selbst junge Erwachsene. Andererseits fehlt es vielen an Transparenz und Struktur im eigenen Portfolio“, sagt Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH bei Adyen. „Wer langfristig Vertrauen schaffen will, muss nicht nur gute Produkte anbieten, sondern auch für Übersicht und einfache Verwaltung sorgen. Dazu gehört auch eine sichere und flexible Bezahlung.“

Bei der Art der Versicherungen dominieren die Klassiker: Drei Viertel der Befragten besitzen eine Privathaftpflichtversicherung, 68 Prozent eine Hausratversicherung und fast 65 Prozent eine Kfz-Versicherung. Nur jede fünfte Person hat eine Lebensversicherung abgeschlossen. Rechtsschutzversicherungen sind mit knapp 50 Prozent ebenfalls weit verbreitet, während Handy- und Geräteversicherungen mit lediglich vier Prozent kaum eine Rolle spielen – selbst in den jüngeren Altersgruppen. Auch der Abschluss neuer Policen erfolgt in den meisten Fällen noch auf traditionellen Wegen. 44 Prozent der Befragten schließen direkt beim Versicherer ab, 30 Prozent über Berater oder Makler. Vergleichsportale spielen mit elf Prozent eine eher geringe Rolle. Entscheidend für die Wahl einer Versicherung sind vor allem bewährte Kriterien wie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, transparente Bedingungen und die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters. Ein unkomplizierter Abschlussprozess ist dagegen nur für eine Minderheit ausschlaggebend.

Für Versicherer bieten die Ergebnisse laut Adyen eine klare Chance: Die zunehmende Komplexität der Versicherungslandschaft und der Wunsch nach mehr Kontrolle verlangen nach einfacheren, digitaleren Prozessen. Der Zahlungsverkehr spielt dabei eine zentrale Rolle – er ist einer der wichtigsten Berührungspunkte zwischen Kunden und Versicherern. Mit digitalen Lösungen wie Echtzeitauszahlungen im Schadensfall, Zahlungslinks oder virtuellen Karten will Adyen dazu beitragen, dass Versicherungen ihre Abläufe schneller, sicherer und kundenfreundlicher gestalten können.

Die Umfrage wurde Ende August 2025 vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von Adyen durchgeführt. Befragt wurden 2.500 Personen ab 18 Jahren. Civey erhebt seine Daten online über ein breites, verifiziertes Panel und stellt durch fortlaufende Plausibilitätsprüfungen sowie eine mehrstufige Gewichtung sicher, dass die Ergebnisse repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind. Das angewandte Verfahren folgt wissenschaftlichen Standards, wie sie auf civey.com/unsere-methode erläutert werden.

Foto: KI – generiert


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