BVK-Analyse

BVK-Strukturanalyse 2025: Einnahmen steigen leicht, Kosten noch schneller

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat mal wieder tief in die Datenkiste geschaut – genauer gesagt in die Antworten von 1.440 Vermittlern, die sich im ersten Halbjahr 2025 an einer Online-Befragung beteiligt haben. Herausgekommen ist die neue BVK-Strukturanalyse, die wie gewohnt jede Menge Einblicke in die Branche liefert: Altersstruktur, Einkommen, Wechselbereitschaft – und natürlich, wie es betriebswirtschaftlich läuft.

Wer wurde befragt?

Überraschung: Fast ausschließlich Ausschließlichkeitsvermittler (91 %). Makler waren mit fünf Prozent vertreten, Mehrfachvertreter mit vier Prozent. Kein Wunder – der BVK ist eben traditionell stark im Exklusivvertrieb verwurzelt. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 51 Jahren.

Umsätze: leichtes Plus, aber kein großer Wurf

Die Einnahmen haben sich im Vergleich zur letzten Befragung moderat nach oben bewegt. Je nach Vertriebsweg liegt das Wachstum zwischen +2 % bei Mehrfachvertretern und fast +4 % bei Maklern. Der Exklusivvertrieb landet mit knapp +3 % dazwischen. Im Fünfjahresvergleich sieht es für die AO sogar etwas besser aus: +3,8 % Gewinn, +6 % Umsatz.

Treiber war vor allem die Sachversicherung. Inflation hat hier „geholfen“ – teurere Baukosten und steigende Schadeninflation sorgten für höhere Prämien in Kfz- und Gebäudeversicherung. Ergebnis: Alle Vertriebswege meldeten ein Plus von über fünf Prozent beim Sachbestand.

Kosten: das dicke Brett

Das eigentliche Problem: Die Kosten steigen schneller als die Einnahmen. Laut BVK im Schnitt um vier Prozent. Für viele Vermittler bedeutet das Druck: 26 % sagen, sie haben ein echtes „Kostenproblem“, weil die Einnahmen nicht mithalten. Immerhin 57 % sprechen von einer ausgeglichenen Entwicklung.

Wechselstimmung im AO

Interessant: Die Wechselbereitschaft im Exklusivvertrieb hat etwas angezogen –

In der Umfrage gaben 13,6 Prozent der AO-Vermittler an, sich einen Wechsel vorstellen zu können. Von diesen wiederum nannten 61 Prozent den Maklerstatus als Ziel. In absoluten Zahlen bedeutet das für die Befragung schätzungsweise rund 109 Personen. Hochgerechnet auf die gesamte Branche – etwa 99.797 AO-Vermittler in Deutschland (Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zum Stichtag 1. Juli 2025.) – wären es überschlägig rund 8.280 Vermittler, die den Schritt ins Maklerlager in Betracht ziehen. Eine solche Rechnung bleibt natürlich nur ein Näherungswert, zeigt aber, wie groß das potenzielle Wechselvolumen tatsächlich sein könnte.


Mitarbeiter = Umsatzbooster

Ein spannender Befund: Wer Mitarbeitende hat, macht auch mehr Umsatz. Laut Analyse bringt jeder zusätzliche Mitarbeiter rechnerisch rund 69.000 Euro Mehrumsatz. Klingt simpel, setzt aber voraus, dass man als Chef auch führen kann.


Fürs Tagebuch:

Wenn ich mir die Ergebnisse so anschaue, fällt mir eines besonders auf: Die steigenden Kosten sind die eigentliche Herausforderung. Da hilft auch das kleine Umsatzplus nur bedingt. Aber vielleicht liegt genau hier auch ein Stück Lösung.

Denn ich bin überzeugt: KI-Systeme und Digitalisierung können Vermittlern helfen, ihre Betriebe schlanker und effizienter zu machen. Automatisierte Abläufe, digitale Kommunikation mit Kunden, Auswertungen per Klick – das spart Zeit und Geld, wenn man es richtig angeht. Wer sich dem verschließt, dürfte es künftig schwer haben.

Klar ist aber auch: Nicht alles an KI und Digitalisierung ist unkritisch. Vor allem dann nicht, wenn dadurch die Unabhängigkeit bei Maklern unter die Räder kommt. Solange dieser Punkt im Blick bleibt, sehe ich in den neuen Technologien jedoch mehr Chance als Risiko.

Digitalisierung und KI könnten auch dabei mitwirken, den Fachkräftemangel ein Stück weit abzufedern. Natürlich ersetzen Systeme keine Menschen, aber sie können Lücken schließen, Routinearbeiten übernehmen und so die vorhandenen Mitarbeiter entlasten. Das macht Betriebe widerstandsfähiger – gerade, wenn es schwerfällt, neue Fachkräfte zu gewinnen.

Natürlich entkommt die Branche dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld nicht – Inflation, Regulierung, allgemeiner Kostendruck wirken überall. Aber genau deshalb lohnt es sich, die Digitalisierung nicht als Buzzword abzutun, sondern als echtes Werkzeug zu nutzen.


👉 Unterm Strich zeigt die Analyse: Der klassische Versicherungsvertrieb ist stabil – aber die Zukunft wird davon abhängen, ob Vermittler die Balance schaffen zwischen steigenden Kosten, regulatorischem Druck und den Möglichkeiten, die neue Technologien bieten.


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