Projekt Geisternetze – Tag 2

Zweiter Projekttag des Nordseeprojekts: Taucher bergen Geisternetze

Der zweite Projekttag liegt hinter uns, und erfreulicherweise konnten erneut Geisternetze aus der Nordsee geborgen werden. Trotz schwieriger Bedingungen ließen sich die erfahrenen Taucher von Ghost Diving Germany nicht aufhalten. „Das Wetter war schlechter als angekündigt“, erklärte Derk Remmers, dessen Crew gemeinsam mit der Katharina Dorothea Fritzen von der Insel Langeoog ein großes Wrack ansteuerte. Dort wurden überwiegend kleinere Netze aus der Nordsee entfernt. Zugleich entdeckten die Taucher ein besonders großes Netz, dessen Bergung für den dritten Projekttag vorbereitet wurde.

Eindrücke vom Tag 2

„Soweit geschafft. Das Wichtigste zuerst: alle Taucher sind heil wieder aus dem Wasser gekommen – darüber freuen wir uns sehr“, berichtet das Team. Der Tag sei allerdings anstrengender gewesen als erhofft, da die Wetterbedingungen deutlich schlechter ausfielen als der Wetterbericht vorhergesagt hatte.

Getaucht wurde an einem sehr großen und weit verteilten Wrack. „Die Taucher haben einige Netze gefunden, allerdings nur viele kleine Stücke. Das Wrack liegt mitten im Gezeitenbereich und in der Strömung, dadurch sind die Netze stark umschlungen und verwickelt.“

Für den Folgetag wurde deshalb der Plan geändert: „Ein Taucher hat ein riesengroßes Netz gesehen, das heute in der Tauchzeit nicht entfernt werden konnte. Das ist unser Ziel für morgen. Wir hoffen, dann eine richtig große Ausbeute zu bergen, damit wir das Projekt am Ende mit einer ordentlichen Menge an Netzmaterial beenden können.“

Andreas Brunner von der VEMA im Gespräch

Auch Andreas Brunner von der VEMA war an Bord und schildert seine Eindrücke:
„Es war eine tolle Erfahrung – spannend, mit einer guten Crew. Wir sind schön rausgefahren, hatten ordentlich Welle und wurden gut durchgeschaukelt. Es gab ein bisschen Wasser, oder besser gesagt: etwas mehr Wasser, wie man an der Frisur sieht.

Das Schöne war natürlich, dass man etwas für die Natur tut. Wir haben tatsächlich auf der Hinreise einen Seehund gesehen. Wenn man sich vorstellt, dass so ein Seehund in einem Netz hängen bleibt und darin verendet, ist es umso besser, dass wir ein paar Netze herausgeholt haben.“

Über Ghost Diving

Ghost Diving ist eine internationale Organisation von freiwilligen technischen Tauchern, die sich auf die Bergung von sogenannten Geisternetzen spezialisiert haben. Dabei handelt es sich um herrenlose Fischernetze, die verloren gingen oder absichtlich im Meer entsorgt wurden. Diese Netze stellen eine enorme Gefahr für die Meeresumwelt dar, da sie über Jahre hinweg weiter fischen („ghost fishing“), Meerestiere töten und Wracks sowie Riffe umschlingen.

Ghost Diving wurde 2009 gegründet und ist heute weltweit aktiv – von der Nordsee über das Mittelmeer bis hin zu asiatischen Gewässern. Die Taucher arbeiten eng mit Umweltorganisationen, Forschungseinrichtungen und lokalen Behörden zusammen, um die Ozeane Schritt für Schritt von diesem gefährlichen Plastikmüll zu befreien. In Deutschland ist Ghost Diving Germany das regionale Chapter, das regelmäßig Bergungsaktionen wie das aktuelle Nordseeprojekt organisiert.

Initiatoren für die Projektage Geisternetze sind die Brancheninitiative bessergrün und die NV-Versicherung.

📰 Medienspiegel – Geisternetze in der Nordsee

Auch die Medien haben über den Einsatz berichtet:

  • NDR: Gefahr in der Nordsee: Taucher bergen Geisternetze
  • MainEcho: Verlorene Netze geistern durch die Nordsee
  • Buten un Binnen: Taucher jagen am Grund der Nordsee nach Geisternetzen
  • Hit-Radio FFH: Taucher bergen Geisternetze
  • NDR: Eine Todesfalle für Meerestiere: Geisternetze in der Nordsee
  • Hamburger Abendblatt (8. September 2025): Taucher bergen kiloweise Geisternetze aus der Nordsee
  • Süddeutsche Zeitung: Taucher setzen sich für den Meeresschutz ein
  • ntv: Taucher bergen Geisternetze aus dem Meer
  • EUWID Recycling: Taucher bergen über 100 Kilogramm Geisternetze aus der Nordsee
  • ProContra: Die Jagd geht weiter: bessergrün fängt wieder Geisternetze

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