Erster Einsatztag 08.09.2025
Einsatz gegen Geisternetze in der Nordsee
Müll im Meer bedeutet längst nicht nur Plastikflaschen oder Verpackungen – dazu zählen auch herrenlose Fischernetze, die in den Tiefen der Ozeane treiben und unkontrolliert Fische sowie andere Meerestiere fangen. Oft lösen sie sich von Fischereischiffen, gehen bei starkem Seegang verloren oder werden sogar absichtlich entsorgt. Schätzungen zufolge verbleiben auf diese Weise jährlich rund 640.000 Tonnen Fischereiausrüstung in den Meeren.
Vom 8. bis 10. September 2025 machen wir uns gemeinsam mit den Tauchern von Ghost Diving Germany erneut auf den Weg, um mehrere Tage lang vor den ostfriesischen Inseln abzutauchen und diese sogenannten Geisternetze aus der Nordsee zu bergen. Mit diesem Einsatz leisten wir einen aktiven Beitrag zum Schutz und zur Reinigung der Meere. Bereits in den Jahren 2022 und 2023 konnten auf diese Weise mehr als 1,2 Tonnen herrenlose Netze geborgen werden – ein wichtiger Beitrag für den Meeresschutz.
Rückblick auf den ersten Einsatztag – Derk Remmers (Ghost Diving Germany):
„Tag 1 ist geschafft – und die Erleichterung groß. Entgegen der Vorhersagen war das Wetter deutlich besser als erwartet, sodass wir wie geplant auslaufen konnten. Ziel war ein Wrack, an dem zahlreiche herrenlose Netze geborgen wurden. Eines davon war so groß, dass es nur mithilfe eines Krans an Bord gehoben werden konnte – zum Glück war ein Kutter mit Kran vor Ort.
Auf dem Schiff war die Spannung groß, als die ersten Hebesäcke mit Netzteilen an die Oberfläche kamen. Zunächst waren es kleinere Stücke, dann plötzlich drei auf einmal – ein sicheres Zeichen dafür, dass ein größeres Netz folgen würde. Gemeinsam mit einem Begleitkutter versuchten wir, das schwere Geflecht aus dem Wasser zu ziehen. Erst mit Hilfe des Krans gelang die Bergung – ein Moment, der allen Beteiligten zeigte, dass sich der Einsatz mehr als lohnte.“
Alle Taucher kamen sicher aus dem Wasser zurück, und am Abend konnten wir den neuen Hafen anlaufen, von dem aus die nächsten Tauchgänge starten. Die Boote wurden bereits betankt, die Wettervorhersage für Dienstag ist günstig – die Stimmung an Bord entsprechend bestens.
Jens van der Wardt (Gründeigentümer – GEV) im Gespräch:
„Es war jetzt das dritte Mal und wieder ein großartiges Erlebnis, dabei gewesen zu sein. Ich kann das jedem nur empfehlen – genauso wie Bäume zu pflanzen. Etwas für die Umwelt zu tun, es direkt zu erleben und mitzugestalten, ist immer wieder beeindruckend.
Heute war ich auf dem Schiff Möwe dabei. Wir waren eine große Truppe und es war faszinierend, die Arbeit der Taucher zu beobachten. Plötzlich tauchten immer mehr rote Ballons auf – ein Zeichen dafür, dass Netze geborgen wurden. Als wir die schweren Netze an Bord holten, wurde deutlich, wie viel Schaden sie am Meeresboden anrichten: Fische verenden darin, Müll sammelt sich an.
Für mich war es ein tolles Event. Während ich bei den ersten beiden Einsätzen noch etwas weiter weg stand, war ich diesmal hautnah dabei und konnte die Netze quasi selbst mit hochholen. Außerdem freut es mich, dass wir rund 30 Vertriebspartner und Makler mit dabei hatten, mit denen wir als GEV eng zusammenarbeiten. Ich kann sagen: Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr.“


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