HUK kritisiert Hersteller

Die HUK-Coburg, größter deutscher Kfz-Versicherer, steht trotz starkem Neugeschäft weiterhin vor erheblichen Herausforderungen durch steigende Reparaturkosten. Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann kritisierte in einem Interview mit der FAZ die Automobilhersteller scharf für ihre Preispolitik. Mehr als die Hälfte einer Werkstattrechnung entfalle mittlerweile auf Ersatzteile, deren Preise aufgrund eines faktischen Liefermonopols allein von den Herstellern bestimmt würden. Hinzu kämen kräftig steigende Stundenlöhne in den Werkstätten, die die Reparaturkosten insgesamt drei Mal so stark wachsen lassen wie die allgemeine Inflation.

Die Versicherungsbranche habe auf diese Entwicklung nur begrenzten Einfluss. Während sich die Ersatzteilpreise der Kontrolle entziehen, könne über Werkstattnetze zumindest ein gewisser Einfluss auf Stundenlöhne genommen werden. Doch auch hier wirke der Fachkräftemangel als Kostentreiber. Als wirkungsvolles Instrument setzt die Huk-Coburg auf Werkstattbindung: Versicherte, die sich daran beteiligen, zahlen rund ein Fünftel weniger Beitrag, drei Viertel der Kunden entscheiden sich bereits für dieses Modell.

Obwohl die Branche durch deutliche Beitragserhöhungen von etwa 14 Prozent eine vorsichtige Entlastung bei der Schaden-Kosten-Quote erwartet, warnt Heitmann, dass die strukturellen Probleme nur teilweise gelöst seien. Weitere Beitragsanpassungen seien wahrscheinlich, zumal Extremwetterereignisse zusätzliche Belastungen bringen könnten. Gleichwohl meldet die HUK-Coburg Rekordwerte im Neugeschäft: Mehrere hunderttausend neue Verträge kamen hinzu, die Nachfrage nach Kfz-, Unfall- und Sachversicherungen erreichte neue Höchststände.

Heitmann rechnet langfristig mit einer Konsolidierung des Versicherungsmarkts, da große Anbieter Vorteile bei Einkauf, Schadensteuerung und Digitalisierung haben. Auch die regulatorischen Anforderungen erfordern hohen Personaleinsatz und setzen kleinere Gesellschaften unter Druck. Akquisitionen schließt er nicht aus, auch wenn die HUK-Coburg derzeit nicht aktiv auf der Suche sei.

Eine weitere Herausforderung bleibt die Schadenbearbeitung. Nach massiven Rückgängen während der Pandemie stiegen die Schäden danach sprunghaft wieder an. Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten verlief schleppend, inzwischen habe sich die Lage aber deutlich verbessert. Bis Jahresende sollen die Rückstände vollständig aufgearbeitet sein.

Deutlich ablehnend äußerte sich Heitmann zur politisch diskutierten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden. Statt eines Zwangsmodells verweist er auf das britische „Flood Re“-System, bei dem auch risikoreiche Haushalte bezahlbaren Schutz erhalten, finanziert über eine solidarische Abgabe.

Trotz der massiven Kostenprobleme und der Gefahr weiterer Beitragssteigerungen bleibt die HUK-Coburg mit ihrem starken Neugeschäft und treuen Kundenstamm ein Stabilitätsanker im Markt. Doch ohne strukturelle Reformen bei Ersatzteilpreisen und Werkstattkosten dürfte die Kfz-Versicherung für alle Beteiligten ein schwieriges Geschäft bleiben.

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