Das Insurtech Wefox hat sich eine neue Finanzierung in Höhe von 151 Millionen Euro gesichert. Damit will das Unternehmen nach einer tiefgreifenden Restrukturierung unter dem neuen CEO Joachim Müller wieder auf Kurs kommen – allerdings ohne den bisherigen Gründer und CEO Julian Teicke, der endgültig aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.
Laut Unternehmensangaben handelt es sich bei der neuen Finanzierung um eine Kombination aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von 76 Millionen Euro, getragen von bestehenden Investoren, sowie einer Refinanzierung über 75 Millionen Euro durch den „Searchlight Opportunities Fund II“. Bereits Ende 2024 war über die bevorstehende Finanzspritze spekuliert worden – nun ist sie offiziell bestätigt.
Mit der neuen Führung unter Ex-Allianz-Manager Joachim Müller hat Wefox einen drastischen Strategiewechsel vollzogen. Die internationalen Aktivitäten wurden auf Kernmärkte wie Österreich, die Niederlande und die Schweiz beschränkt. Das Deutschland-Geschäft wurde vollständig eingestellt, ebenso wie die Tochtergesellschaften in Liechtenstein und Italien, die verkauft wurden. Die Sanierung scheint nun abgeschlossen – das Unternehmen strebt laut eigenen Angaben die Profitabilität für das Gesamtjahr 2025 an. Für 2024 wurden bisher keine Zahlen veröffentlicht; 2023 lag der Verlust noch bei 141 Millionen Euro.
Mit dem neuen Kurs einher ging der endgültige Rückzug von Gründer Julian Teicke aus dem Verwaltungsrat. Auch die Co-Gründer Fabian Wesemann, Dario Fazlic und Nikolaus Frei haben das Unternehmen verlassen. Neu im Verwaltungsrat sitzen nun CEO Joachim Müller und Searchlight-Partner Prateek Puri. Als Schweizer Aktiengesellschaft erlaubt Wefox die Doppelrolle Müllers als operativer Chef und Verwaltungsrat.
Die erneute Kapitalzusage werten Beobachter, wie das Handelsblatt, als Vertrauensbeweis für Müller. Wäre es ihm nicht gelungen, frisches Geld zu organisieren, wäre eine Abwicklung des Unternehmens vermutlich unausweichlich gewesen. Besonders die Investoren Target Global und Chrysalis sollen signifikant nachgelegt und sich im Gegenzug Sonderrechte gesichert haben – eine offizielle Bestätigung dazu steht allerdings noch aus.
Wefox galt einst als eines der vielversprechendsten europäischen Insurtechs, sammelte über eine Milliarde Dollar ein. Doch statt Innovation dominierten Übernahmen von Maklervertrieben die Unternehmensentwicklung. Nach dem Rücktritt Teickes übernahm zwischenzeitlich Mark Hartigan, verkaufte Unternehmensanteile und sah sich selbst massiver Kritik ausgesetzt. Interne Streitigkeiten unter den Investoren und Gerüchte über eine drohende Insolvenz machten Schlagzeilen – nun soll der Neustart unter neuer Führung gelingen.
Für mich die absurdeste Meldung seit langem! So lange auf Pump, bis es irgendwann endet wie bei Element? Soll das etwa die Zukunft der Versicherungsbranche sein? Ist das gute Kaufmannschaft? Oder ist das einfach wieder nur Geldverbrennen, ohne später irgendeine Form der Verantwortung übernehmen zu wollen? Wir werden sehen – alles nur eine Frage der Zeit!
Scheinbar gibt es ja genug verrücktes Geld am Markt, welches man da reinpumpen kann. Ein Fass ohne Boden! Wer sich seit Jahren nur am Markt hält, weil er immer wieder neue Investorengelder einsammelt, ist im Grunde schlicht nicht marktfähig.
Liebe Investoren: Spendet das Geld doch einfach für gute Zwecke! Das schleppt sich dort seit Jahren und wird meiner bescheidenen Meinung nach nie zu lukrativen Renditen führen! Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen.
Und nebenbei einmal eine ganz naive Frage: Welche echten Mehrwerte werden denn in solchen Unternehmen geschaffen?
Ich bin raus!


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